Wie weit dürfen Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer vom Handy entfernt sein?

Eine Person mit In-Ear-Kopfhörern geht auf eine Tür zu und lässt ein Handy auf einem Tisch im Raum liegen

Wie weit dürfen Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer vom Handy entfernt sein? Nehmen wir die Q77 In-Ear-Kopfhörer auf der Yinshidon-Website als Beispiel: In der aktuellen Spezifikationstabelle ist eine Übertragungsreichweite von 10 Meter angegeben. Die Testumgebung und die verwendeten Geräte werden jedoch nicht genannt. Das ist die veröffentlichte Spezifikation dieses Modells, keine Garantie für den Betrieb durch Wände hindurch und keine allgemeingültige Reichweite für alle Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer.

Beim Vergleich von Kopfhörermustern ergeben sich unterschiedliche Funkbedingungen: Das Handy kann auf einem Tisch liegen, während Sie in den Nebenraum gehen, oder beim Tragen der Kopfhörer in Ihrer Tasche stecken. Im zweiten Fall ist die Entfernung geringer, trotzdem kann der Ton aussetzen. Die nutzbare Reichweite hängt vom Zusammenspiel zwischen Handy und Kopfhörern, den Hindernissen dazwischen und der Funkumgebung ab.

Verbunden zu sein bedeutet nicht, dass der Ton ohne Aussetzer läuft

Das Handy kann die Kopfhörer noch als verbunden anzeigen, obwohl die Musik bereits Aussetzer hat. Notieren Sie bei der Reichweitenprüfung sowohl die Stellen mit kurzen Tonaussetzern als auch die Stelle, an der die Verbindung vollständig abbricht. Wenn Sie nur den vollständigen Abbruch erfassen, rechnen Sie Entfernungen zur nutzbaren Reichweite, bei denen der Ton bereits gestört ist.

Das ist außerdem etwas anderes als die Bluetooth-Kopplung: Wenn ein Handy die Kopplungsinformationen der Kopfhörer gespeichert hat, bedeutet das nicht, dass es die aktuelle Verbindung über jede Entfernung aufrechterhalten kann.

Wie Wände und der Körper die Verbindung beeinflussen

Handy und Kopfhörer übertragen Daten per Funksignal. Auf dem Weg zum anderen Gerät wird das Signal schwächer. Damit die Audioübertragung funktioniert, muss der Empfänger die Daten korrekt zurückgewinnen können. Die Entfernung zwischen den Geräten ist dabei ein Einflussfaktor.

In ihrer Erläuterung zur Kommunikationsreichweite weist die Bluetooth Special Interest Group (Bluetooth SIG) darauf hin, dass Hindernisse die Ausbreitungsdämpfung beeinflussen. Eine Wand schwächt ein Signal beim Durchgang zusätzlich ab; Wände und andere Gegenstände können Signale außerdem reflektieren und streuen. Bei demselben Abstand von einigen Metern kann deshalb durch eine Wand ein anderes Signal an den Kopfhörern ankommen als im selben Raum wie das Handy. Wände unterscheiden sich zudem in Material, Dicke und innerem Aufbau. Daher lässt sich nicht für jede zusätzliche Wand eine feste Anzahl von Metern von der Reichweite abziehen.

Vergleich der Positionen von Handy und Kopfhörern bei freier Strecke, durch eine Wand und mit dem Handy in einer hinteren Hosentasche
Die gestrichelten Linien zeigen relative Positionen, keine tatsächlichen Signalwege.

Steckt das Handy in einer Tasche, kann sich der Körper auch bei geringem Abstand zwischen Handy und Kopfhörern befinden. Wenn Sie das Handy in die Hand nehmen, ändert sich mehr als nur die Entfernung: Auch die Abschattung und die Ausrichtung ändern sich. Das kann die Verbindung verbessern. Vergleichen Sie die Positionen mit genau diesem Handy und diesen Kopfhörern, um herauszufinden, welche besser funktioniert.

Handy und Kopfhörer bestimmen gemeinsam die Reichweite

Wände und der menschliche Körper erklären Unterschiede in der Umgebung. Aber auch ein anderes Handy kann das Verhalten derselben Kopfhörer verändern.

Die Stärke des ausgesendeten Signals, die Sende- und Empfangseigenschaften der Antennen an beiden Enden und die Fähigkeit des Empfängers, schwache Signale zu erkennen, beeinflussen die nutzbare Reichweite. Dazu gehören auch die Bauweise der Antennen und ihre Position im jeweiligen Gerät. Die Reichweite von Kopfhörern lässt sich deshalb nicht unabhängig vom verwendeten Handy beurteilen.

Die Bluetooth-Versionsnummer beschreibt nicht alle diese Bedingungen. Zwei Kopfhörerpaare mit derselben Version können sich dennoch unterschiedlich verhalten. Eine neuere Version allein belegt auch nicht, dass die Verbindung weiter reicht.

Andere Funkgeräte in der Nähe können die Verbindung ebenfalls beeinflussen. Bluetooth nutzt das 2,4-GHz-Band. In einer Umgebung mit vielen Funkgeräten können Störungen den Ton unterbrechen. Das ist etwas anderes als eine zu große Entfernung zum Handy. Bei Tonaussetzern auf kurze Distanz sollte deshalb auch die Umgebung geprüft werden.

So vergleichen Sie die tatsächliche Reichweite von Kopfhörermustern

Verwenden Sie beim Vergleich von Mustern dasselbe Handy und dieselbe Audiodatei. Halten Sie die Wiedergabeeinstellungen möglichst konstant und beobachten Sie dann, was sich bei anderer Entfernung oder Abschattung verändert. Das folgende Vorgehen hilft, die Zahl der Variablen zu verringern:

  1. Spielen Sie zunächst heruntergeladene Audiodateien in geringer Entfernung und ohne Hindernisse ab. So verringern Sie den Einfluss des Nachladens von Audio aus einer Onlinequelle. Ist die Wiedergabe bereits unterbrochen, prüfen Sie Audioquelle, Störungen in der Nähe und Gerätezustand, bevor Sie die Reichweite des Musters als unzureichend einstufen.
  2. Vergrößern Sie den Abstand schrittweise entlang derselben Strecke und vergleichen Sie anschließend separat den Einfluss einer Wand oder der Position in einer Tasche. Halten Sie beim Wechsel der Kopfhörermuster die Position des Handys, die Ausrichtung der tragenden Person und die Beobachtungspunkte möglichst konstant. Wenn Sie gleichzeitig Handy, Raum und Wiedergabemodus wechseln, lässt sich kaum feststellen, welche Änderung den Unterschied verursacht hat.
  3. Erfassen Sie Tonaussetzer und vollständige Verbindungsabbrüche getrennt. Notieren Sie an jedem Punkt den Ort, die Hindernisse und die Position des Handys. Wer nur die größte Entfernung mit bestehender Verbindung erfasst, übersieht Unterbrechungen, die das Hören bereits beeinträchtigt haben können.

Diese Beobachtungen helfen, mögliche Ursachen einzugrenzen. Eine Verbesserung bei einem einzelnen Versuch reicht jedoch nicht aus, um eine eindeutige Ursache festzustellen. Läuft die Wiedergabe nach dem Wechsel zu lokal gespeichertem Audio beispielsweise ohne Aussetzer, sollten die Bedingungen der Onlinewiedergabe weiter geprüft werden. Hilft es, das Handy aus der Tasche zu nehmen, lassen sich Abschattung und Position genauer vergleichen.

Notieren Sie bei der Beurteilung der Reichweite neben der Entfernung in Metern auch, welches Handy verwendet wurde, wie es lag, was sich zwischen ihm und den Kopfhörern befand und ob der Ton ohne Aussetzer lief. So lassen sich Muster leichter vergleichen und dieselben Bedingungen später erneut prüfen.

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